
Potenziale erkennen: Die vierte Integrationskonferenz des Hochsauerlandkreises beschäftigte sich mit den vielschichtigen Qualifikationsprofilen von Migranten.
Hochsauerlandkreis. „Viele Zugewanderte leisten als Unternehmer oder qualifizierte Fachkräfte mit ihrer Mehrsprachenkompetenz, ihren internationalen Kontakten und ihrer Migrationserfahrung einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung unserer Region!“ Landrat Dr. Karl Schneider nahm in seiner Begrüßung zur vierten Integrationskonferenz des Hochsauerlandkreises ein wichtiges Ergebnis der Veranstaltung vorweg. In einem KOMM-IN-Projekt hatte das Integrationsbüro des HSK mit dem Institut für soziale Innovation (Solingen) die Potenziale von Unternehmern und Akademikern mit Zuwanderungsgeschichte für die heimische Wirtschaft untersucht. KOMM IN steht für Innovation in der kommunalen Integrationsarbeit. Die Projektreihe wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert.
Über 100 Teilnehmer verfolgten die Präsentation der Ergebnisse, die zum Teil von Migranten selbst vorgetragen wurden, im Kreishaus Meschede mit großem Interesse. Im Zeitalter des demografischen Wandels rückt das oft unterschätzte Potenzial der Zugewanderten in den Blickpunkt. Vielfalt soll als Chance erkannt werden und den Kreis als internationalen Wirtschaftsstandort stärken.
„Durch das Projekt haben wir hoch qualifizierte Migranten kennen gelernt, die mit ihrer starken Persönlichkeit erfolgreich eine eigene Firma betreiben oder in heimischen Unternehmen exponierte Stellungen haben“, sagt Ulrike Hohmann, beim HSK für Integrations- und Ausländerangelegenheiten verantwortlich. Positiv überrascht hat auch die große Kooperationsbereitschaft der Migranten, die engagiert am Projekt mitarbeiteten und sich vor allem für die Bildung von Netzwerken einsetzten.
„Gerade mittelständische Unternehmen, die in einer globalisierten Welt von einem firmenspezifischen Zugang zu den internationalen Märkten profitieren, können die besonderen Kompetenzen von Zugewanderten für sich nutzen“, sagt Hans Wietert-Wehkamp, Leiter des Instituts für soziale Innovation. Durch die Weiterentwicklung der interkulturellen Ausrichtung des Dienstleistungssektors, der öffentlichen Verwaltungen, Kammern, Verbände und Beratungsdienste gibt es vielfältige Einsatzmöglichkeiten, bei denen alle beteiligten Akteure voneinander profitieren.
Meilensteine des Projekts waren die Analyse der Strukturdaten, 30 Interviews mit Migranten und mehrere Workshops, an denen auch Vertreter von Kammern, Kommunen, Verbänden und der Fachhochschule Meschede teilnahmen. Kernaussagen der Studie: Die Gestaltung einer offensiven, interkulturellen Willkommenskultur ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass sich Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in der Region wohlfühlen. Wichtig sei auch eine Verbesserung der Transparenz über die vielen, unter Migranten weithin unbekannten Möglichkeiten der Beratung und Unterstützung. Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung des regelmäßigen Austauschs, um Kontakte zu knüpfen und Netzwerke zu gründen und zu vertiefen.

Die verantwortlichen Akteure zogen ein positives Fazit unter die vierte Integrationskonferenz im HSK.
Das Integrationsbüro des Hochsauerlandkreises möchte allen Zuwanderern zu besten Chancen verhelfen. Zu den wichtigsten Aufgaben zählen die Umsetzung und Weiterentwicklung des Integrationskonzepts, die Steuerung von Projekten, aber auch die Bildung und Pflege eines flächendeckenden Netzwerks. Das Integrationsbüro berät öffentliche wie private Einrichtungen, kirchliche Organisationen und Vereine. Das Büro wird durch den Europäischen Integrations-Fonds gefördert.

Teresa Lahme
Integrationsbeauftragte
Telefon: 0291 / 941391
teresa.lahme(at)
hochsauerlandkreis.de
Als Integrationsbeauftragte stehe ich allen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte im Kreishaus Meschede mit Rat und Tat zur Seite. Ich freue mich über Anregungen und Ihr Interesse an aktiver Mitarbeit!